Städte im (Klima-)Wandel
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"Die Zukunft der Menschheit liegt in den Städten: in einer verantwortungsbewussten Stadtverwaltung und nachhaltiger städtischer Entwicklung [...] Mit dem 21. Jahrhundert hat das "Jahrtausend der Städte" begonnen." (Kofi Annan 2000, Urban21:
Global Conference on the Urban Future)
Die Urbanisierung nimmt zu. Schon heute wohnen mehr als die Hälfte der Menschen in Städten. Während es in den 50er Jahren noch knapp 30 Prozent der Weltbevölkerung (von 2,5 Milliarden) waren, werden es bis zum Jahr 2025 etwa 60 Prozent (von 8,3 Milliarden) sein. Im Jahr 2050 werden über sechs Milliarden Menschen in Städten leben - so viele, wie heute insgesamt die Erde bevölkern. Besonders rasant verläuft die Siedlungsentwicklung an den Küsten: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt mittlerweile in einem kaum 100 Kilometer breiten Küstenstreifen.
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Städte sind damit Brennpunkte des Wirtschaftswachstums - und des Klimawandels. Sie emittieren rund 80 Prozent der klimawirksamen Treibhausgase, obwohl sie nur 0,4 Prozent der Erdoberfläche bedecken. Die Folge von hektischem Wachstum, dem sich Stadtplanung und Infrastrukturausbau stelllen müssen: Verschmutzung von Luft und Wasser sowie ein hoher, häufig wenig effizienter Energieeinsatz. Gleichzeitig wirken sich die Folgen der globalen Erwärmung wegen der hohen Menschen- und Wertekonzentration in Städten verschärft aus. Ein einziges Unwetter kann enorme Schäden anrichten. Insbesondere Städte und Gemeinden, die in stark katastrophenexponierten Gebieten liegen, beispielsweise an Küsten oder in der Nähe von Flüssen, werden zur Zielscheibe von Naturereignissen.
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Da Stadtflächen größtenteils versiegelt sind, kann bei Starkregen das Wasser nicht versickern. Es muss größtenteils oberirdisch ablaufen, was die Kanalisationssysteme oft überfordert. Da sich meist Tiefgaragen, Heizungsanlagen und andere Versorgungseinrichtungen in Kellerräumen
befinden, sind bei Hochwasser hohe Schäden vorprogrammiert.
In Städten wirken sich plötzliche Wintereinbrüche besonders fatal aus, da in der Regel der Verkehr vollkommen zusammenbricht. Bei Kältewellen frieren Wasserleitungen ein, große Schneemasse bringen Dächer zum Einsturz. Das
nachfolgende Tauwetter bringt häufig Überschwemmungen mit sich.
Die Stein- und Betonwüsten großer Städte heizen sich bei sommerlicher Sonneneinstrahlung stärker auf als das Umland. Hitzewellen wirken sich daher meist wesentlich unangenehmer aus. Auch wegen der hohen Ozonbelastung leidet die Bevölkerung schwer darunter, insbesondere ältere Menschen. Bei starken Hitzewellen kommen oft hunderte Menschen ums Leben.
Wegen der thermischen Konvektion ist auch die Gewitterbildung in Städten deutlich begünstigt; außerdem werden Blitze von hohen Bauwerken und Antennen geradezu magisch angezogen.
Naturkatastrophen führen oft zu einem Zusammenbruch des Stromnetzes. Bei größeren Ereignissen fällt der Strom manchmal für Wochen in Millionen Haushalten aus; in Industrieanlagen und Gewerbe kommt es zu Betriebsunterbrechungen.
Quelle: Münchner Rückversicherungsgesellschaft








